Interreligiöse Ehe für muslimische Frauen
Der Text stellt zwei Ansätze zur Frage vor, ob eine Muslima einen Nichtmuslim heiraten darf: eine traditionelle Sicht, die frühere Normen als zeitlos und verbindlich versteht, und eine historisch-kritische Sicht, die diese Normen im Kontext ihrer Entstehung liest. Er zeigt, dass der Koran und die Überlieferungen des Propheten keine klare Aussage zu dieser konkreten Konstellation machen und dass sich das Verbot erst durch spätere Übertragungen und Machtprozesse verfestigt hat. Die früheren Gründe für das Verbot – sozialer Status, Rechtsverlust, patriarchale Hierarchien und problematische Vorstellungen von Sexualität – passen nach Ansicht des Textes nicht mehr zu heutigen rechtsstaatlichen, pluralen Gesellschaften. Stattdessen wird betont, dass nikah im Kern ein Vertrag ist, den eine standesamtliche Ehe in Deutschland rechtlich und funktional abdeckt. Am Ende plädiert der Text dafür, die Frage der interreligiösen Ehe neu zu bewerten, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung ernst zu nehmen und patriarchale Kontrollmechanismen gegenüber muslimischen Frauen klar zu kritisieren.
Menstruation und Nachfasten: Das Menschenbild der muslimischen Rechtsgelehrten
Der Text nimmt eine Instagram-Frage zu Menstruation, Fasten und Nachfasten zum Ausgangspunkt und zeigt, wie stark Körpererfahrungen, Pflichtgefühl und Schuld im „Muslimentum“ verknüpft sind. Er zeichnet nach, wie gottesdienstliche Rituale historisch zu „Fundamenten“ gemacht wurden, die kaum noch kritisch hinterfragt werden dürfen. Dabei werden Machtprozesse, die Rolle früher Dynastien und die Verengung koranischer Spielräume am Beispiel des Fastens sichtbar. Im Licht moderner Lebensrealitäten, psychischer Belastungen und veränderter Arbeitswelten wird die Frage neu gestellt, was „nicht können“ beim Fasten überhaupt bedeutet. Der Text plädiert für eine Theologie, die Rituale ernst nimmt, aber zugleich die Verletzlichkeit der Menschen und historische Entwicklungen mitdenkt. Am Ende steht die zentrale Frage: Wer ist dein Gott, und welches Gottesbild prägt deinen Umgang mit Fasten, Menstruation und Pflichtgefühlen?